Bis heute...

Leider kann ich seit diesem 18. Oktober 2005 nicht mehr sprechen, eine schwere Spastik beeinträchtigt meinen gesamten Körper und ich bin zu 100% behindert. Nach mehreren Gehirnoperationen und den Folgen des Tumors kann ich weder reden noch laufen.
Meine Eltern und Schwestern haben viel geweint um mich. Sie beten jeden Tag für mich. Sie versuchen mich aufzumuntern und mich zum Lachen zu bringen obwohl ich merke das sie selbst am liebsten weinen möchten. Sie probieren es sich nicht anmerken zu lassen, aber meine Krankheit hat uns alle sehr getroffen.
Seit meiner schweren Erkrankung waren meine Eltern mit mir bei unzähligen Therapien im Inland und Ausland. So durfte ich schon mehrmals mit Delphinen spielen und im Wasser so einige Übungen machen. Das war wunderschön. Ich hatte das Gefühl als ob ich fast mein erstes Wort gesagt hätte. Mehrmals waren wir auch in der Ukraine bei einem besonderen Therapiezentrum wo viele Kinder sind, denen es auch nicht so gut geht. Dort werde ich richtig gefordert. Ich gehe auf eine Behindertenschule, zu Sprachübungen und kenne fast alle Arztpraxen der Umgebung auswendig. All diese Therapien helfen mir sehr gut. Leider ist die Wirkung nach ein paar Wochen schon wieder vorbei und diese schlimme Spaßtik quält mich wieder. Du kannst Dir nicht vorstellen was für Schmerzen das sind. Ich weine und schreie manchmal den ganzen Tag und Nacht. Dazu verkrampft sich bei mir alles und ich schlage fest um mich ohne das ich es möchte. Zu Hause nimmt mich vor allem meine Mutter kräftig ran und macht viele Übungen mit mir. Sie muss mich auch füttern, anziehen, Windeln wechseln und mich waschen. Eigentlich verbringt sie den ganzen Tag mit mir. Manchmal ist sie trotz allem  richtig lustig und ich bin so glücklich das ich so eine tolle Mama habe. Wenn mein Vater von der Arbeit kommt stürzt er sich als erstes auf mich, kitzelt mich, knuddelt und macht viele Späße mit mir. Das finde ich total komisch und muss dann richtig lachen. Meine Schwestern Evelin und Jenny sind Weltklasse! Sie spielen, lachen und singen mit mir. Hin und wieder sitzen sie einfach mit mir rum. Ich freue mich so wenn sie bei mir sind und mir von ihrer Schule, vom Spielplatz und den anderen Kindern erzählen. Wie gerne würde ich mit ihnen zusammen Fahrrad fahren, spielen und draußen rumtoben. Wenn ich daran denke bin ich richtig traurig.